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Binnendünen bei Bütlingen

In der Gegend um Bütlingen erheben sich an einzelnen Stellen Sandaufhöhungen, die die flache Marsch bis zu 10 m überragen. Sie entstanden nach der letzten Eiszeit (Weichsel-Eiszeit 70.000-8000 v. Chr). Die Eismassen erreichten das heutige Elbtal nicht ganz, aber die Schmelzwasser und die darin mitgeführten Geröllbrocken, Kiese, Sande usw. formten das Urstromtal der Elbe endgültig aus.

Nachdem die Gletscher weitgehend abgeschmolzen waren, ging die Transportkraft des Wassers zurück und nur noch feinkörnige Sande, aus denen sich Sandbänke bildeten, wurden transportiert. In Trockenzeiten wurden diese zu großen Dünenfeldern zusammengeweht (ca. 8000-3000 v.Chr.).

Die Bildung der Marsch erfolgte später durch mehr oder weniger häufige Überflutungen. Die Besiedelung und Nutzung der Marsch hat vermutlich von den sicheren Talsandinseln aus stattgefunden. Diese hochwasserfreien Sandaufhöhungen boten dem Menschen gute Siedlungsvoraussetzungen, da das rundum wasserreiche Gebiet vor Überfällen schützte. Die frühen Bewohner lebten von Fischfang, Jagd und Früchtesammeln.

Wohl deshalb ist Bütlingen eine der ältesten Ansiedlungen in unserem Teil des Landkreises Harburg (Westphal, 1998). Aufgrund von Scherben-, Waffen- und Gerätefunden konnten erste Rast- und Siedlungsspuren für 1800-1600 v.Chr. nachgewiesen werden. Wahrscheinlich ist aber, dass erste Besiedlungen viel früher stattgefunden haben.

Heute sind die Dünen, die aus feinem Sand bestehen und nur eine dünne Humusdecke tragen, größtenteils mit einem niedrigen Eichen- und Birkenbestand bewaldet. Teilweise gibt es auch stärkere Bäume oder Kiefernaufforstungen. Der Unterbewuchs ähnelt dem in den Wäldern der Lüneburger Heide (Drahtschmiele, Heidelbeere, Heidekraut).

Bergsandglöckchen (Jasione montana)In offenen Bereichen gibt es Pflanzengesellschaften des Sandmagerrasens, z.B. hier am Weinberg, wo in der Vergangenheit Sand abgebaut wurde. Typische Pflanzen sind beispielsweise Bergsandglöckchen (s.Abb.), Kleines Habichtskraut, Silbergras, Heidenelke und Scharfer Mauerpfeffer.


Man findet auch Reptilien und Insekten, die an trockene Sandgebiete angepaßt sind. (Waldeidechse, Blindschleiche; Kupferbrauner Sandlaufkäfer und Feldsandläufer; viele verschiedene Heuschrecken, u.a. die in Niedersachsen vom Aussterben bedrohte Westliche Beißschrecke. Alle Angaben nach Westphal, 1998)

Durch Bebauung, Aufforstung und Bodenabbau ist schon viel von dem ursprünglichen Dünengebiet verloren gegangen. Aufgrund der Einzigartigkeit dieser Landschaft in unserer Region wäre es äußerst erstrebenswert, die noch verbliebenen Reste zu erhalten.


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