Stover Holz / Auwald
Auwälder sind besondere Wälder, die an die Überschwemmungen der Fließgewässer angepasst sind. Ursprünglich besiedelten sie nahezu den gesamten Überschwemmungsbereich der Flüsse und Bäche. Heute zählen die Auwälder zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen in Mitteleuropa. Sie werden in die flussnahen, häufig überschwemmten Weichholzauwälder und die weiter entfernt höher gelegenen und daher weniger häufig überfluteten Hartholzauwälder unterteilt. Während die Weichholzauwälder sich in der Baumschicht im Wesentlichen aus verschiedenen Weidenarten und der Schwarz-Pappel mit relativ weichem Holz zusammensetzen, werden die Hartholzauwälder durch Baumarten wie Eichen, Eschen und Ulmen geprägt, die deutlich härteres Holz aufweisen.
Die Hartholzauwälder sind nahezu vollständig verschwunden, da sie auf meist tiefgründigen Auenböden wachsen, die aufgrund ihrer Fruchtbarkeit bevorzugt landwirtschaftlich genutzt werden oder wegen ihrer attraktiven Lage in Flussnähe durch Bebauung in Anspruch genommen werden. Nur wenige und meist auch nur noch sehr kleinflächige Reste dieses ursprünglich in den Flusstälern weit verbreiteten Waldtyps sind daher erhalten geblieben. Das Stover Holz ist ein solcher Rest des Hartholzauwaldes, der durch den Bau des neuen Elbdeiches in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von den prägenden Überschwemmungen der Elbe abgetrennt wurde.
Auwälder gehören zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Breiten. Sie bieten einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten Lebensraum, unter denen auch zahlreich seltene und gefährdete Arten sind. Charakteristisch für Hartholzauwälder sind z.B. Pirol, Nachtigall und verschiedene Spechtarten wie Mittel-, Klein, Grau- und Grünspecht.
Im Stover Holz kommt auch die sonst nur selten anzutreffende Flatterulme noch recht zahlreich vor, die im Alter durch auffallend brettartige Wurzeln gekennzeichnet ist, die sich im unteren Stammbereich fortsetzen.
Die großen alten Eichen, die vor dem Deich z.B. auch auf der Stover Rennbahn stehen, sind ebenfalls Reste des ursprünglichen Hartholzauwaldes.
Stover Rennverein von 1874
In Stove wurde bereits 1775 eine der ersten Deckstationen eingerichtet, die bis 1885 bestand. Auf dem Gelände des Hofes Nr.1 leisteten 2 Hengste erfolgreich ihre Arbeit. Stove war der Treffpunkt für die Züchter aus dem Altkreis Winsen, dem Lüneburgischen, von jenseits der Elbe aus den Vier- und Marschlanden und aus dem Holsteinischen. Bereits seit 1716 bestand in Stove eine Elbfähre, mit der während der Decksaison die Stuten übergesetzt wurden. Die von jenseits der Elbe zugeführten Stuten wurden meist auf dem Harmsschen Hof in Pension gegeben, bis sie als tragend galten. Auf dem Hof befand sich während der Decksaison auch eine konzessionierte Schankwirtschaft. Dort kam wohl auch die Idee auf, Leistungsvergleiche für die Zucht anzustellen und außerdem die vielseitige Verwendbarkeit der Hannoverschen Pferde weiten Kreisen vorzuführen.

1874 / 75
wird auf dem Stover Werder hinter dem Stover Holz eine Rennbahn errichtet und die erste Generalversammlung zur Gründung eines Rennvereins "Stover Rennclub” auf Grundlage der Hamburger Traber-Clubs Statuten einberufen .
1875
findet der erste Renntag mit sieben Rennen statt.
1887 - 1895
werden aus wirtschaftlichen Gründen kein Rennen abgehalten.
1939
ist der letzte Renntag vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges.
1946
wird eine Reitabteilung gegründet.
1948
findet das erste Rennen nach dem großen Krieg statt.
1949
besteht erstmalig die Möglichkeit, am Schreibtoto Wetten abzuschließen.
1965, 1968,und 1969
müssen die Renntage wegen Hochwasser abgesagt werden
1983
wird der neue Elbdeich und eine neue Rennbahn fertiggestellt. Der neue Elbedeich wird als Tribüne genutzt
1984
wird der Rennverein Eigentümer der Rennbahn in Stove.
Getreu dem 1897 in der Vereinssatzung definierten Grundsatz, Pferderennen in Stove wieder einzuführen und zu fördern, wird bis heute alljährlich an einem Sonntag im Juli der Renntag ausgerichtet. An diesem Tag wird extra eine Fährverbindung über die Elbe eingerichtet. Das Stover Rennen blieb über die Jahrzehnte, wie es begonnen hatte, ein gesellschaftliches Ereignis für Jung und Alt aus der näheren und weiteren Umgebung.