Petri-Kirche Marschacht
Die Petri-Kirche ist eine Saalkirche, ein einschiffiges Kirchengebäude mit nur einem einzigen, saalartigen Raum und kräftig gewölbter Decke. Die Innenraumgestaltung und die Ausstattung stammen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert. Erhalten sind die Altarbilder von der “Kreuzigung” und “Petrus und Paulus” (17.Jh.), ein Kronleuchter von 1719 und zwei Altarleuchter von 1753.Ein vierseitiger hölzener Glockenturm befindet sich neben der Kirche. Dokumente über die Gründung der Kirche fehlen, die wahrscheinlich bei Überschwemmungen und Bränden (um 1600 und 1904) vernichtet wurden.
-
Mitte 13.Jh.
Der erste Kirchenbau auf einem großen Elbwerder wurde völlig zerstört.
-
nach 1258
Errichtung einer neuen Kirche in der sogenannten Turmkuhle (beim Deichhaus zwischen altem und neuem Deich). Die Kirche hält dem Einfluss des Wassers nicht stand, Reste der durch Sturmfluten beschädigten Kirche stürzen ein. In der Lohrschen Elbkarte von 1569 wurde der Verbleib der ersten Marschachter Kirche mit “in der Elbe vertrunken” vermerkt. Damals hat sich ein neuer Hauptarm der Elbe gebildet, der Geesthacht stärker von Marschacht trennte; früher lagen die beiden Orte viel enger beieinander.

-
1538
Eine neue Kirche wird am jetzigen Standort erbaut. Die an der Nordseite verwendeten Feldsteine und Backsteine im Klosterformat stammen wahrscheinlich vom Vorgängerbau.
-
1615
Die heutige Kirche wird von Johann Arnd, Superindentent aus Celle,eingeweiht. Da der Kirchenbau sowohl von Lüneburger als auch von Sachsen-Lauenburger Seite bezahlt wurde, gibt es Zwistigkeiten u.a.um die Besetzung der Pastorenstelle; man einigt sich 1654 auf abwechselnde Besetzung.
-
1635
Junker Hieronymus Schultze vom Obermarschachter Gut, zuständiger Patron von sächsischer Seite, lässt sich nach dem Kirchenstuhlrecht eine Prieche (eine erhöhte Loge mit seperatem Eingang) bauen. Diese wird von lüneburgischen Bauern zerstört. Dafür werden sie mit Geldbußen und Gefängnis bestraft, zudem muß ein neuer Stuhl gebaut werden.
-
1618 - 1648
im 30- jährigen Krieg wird die Kirche verwüstet und ausgeraubt.
-
1821
erfolgt ein Ausbau mit Erweiterung des Westteils.
-
bis 1952
werden schwere Beschädigungen aus dem 2. Weltkrieg wieder behoben. Die Bülowschen (Nachfolger von Schultze) Herrenstühle mit Wappen werden nicht wieder aufgebaut.
-
1960
erhält der im Westen neben dem Kirchenschiff stehende hölzerne Glockenturm (mit einer Glocke von 1667) zwei weitere Glocken.
-
1970/71
werden Räume für die Gemeindearbeit vom Kirchenschiff abgetrennt. Axel Henning Seemann aus Aachen erstellt ein 9 m langes Relief an der Brüstung der Empore. Es zeigt seine Vision vom “Zug der Gefangenen aus allen Zeiten”.
-
1991
Das große Altarbild wird vom Maler Siegfried Steege aus Schwarmstedt geschaffen.
1994
Der Chorraum erhält eine moderne Computerorgel. Die alte Orgel befindet sich heute in der Kirche von Kirchgellersen
Auf dem Friedhof, der die Kirche umgibt, finden nach wie vor Beisetzungen statt. Solche Kirchplätze und Friedhöfe können in Bereichen mit extensiver Pflege ein Refugium für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten werden. Zu diesen Pflanzenarten gehören Flechtenarten, Mauerraute, der Dolden-Milchstern und der Wiesen- sowie der Wald-Goldstern, der auch auf dem Friedhof in Marschacht zu finden ist.
Pfarrwitwenhaus

Wenige Meter östlich des Kirchenschiffes stand 272 Jahre das Pfarrwitwenhaus. Um 1698 erbaute Herrman Zimmermann das Haus, welches der Altersversorgung von Pastorenwitwen und deren Familien dienen sollte. Das Haus war nur einmal von einer Pfarrwitwe bewohnt. Ansonsten war es Heimstätte von verschiedenen Familien. 1815 wurde es umgebaut und beherbergte eine zeitlang eine Gaststätte bzw. Sonntagsschänke. 1970 wurde es abgebaut und zunächst eingelagert. 1995 - 1998 erfolgte der Wiederaufbau als Gasthof im Freilichtmuseum am Kiekeberg.