Die alte Ilmenau
Die alte Ilmenau war früher ein viel befahrener Schifffahrtsweg und bereits im Mittelalter ein bedeutender Verkehrsweg für Lüneburg. Auf ihr wurden von Lüneburg aus vor allem Salz zur Elbe und über den Stecknitz-Kanal weiter nach Lübeck und in den Ostseeraum transportiert. Weitere Güter aus Lüneburg waren: Kalk, Essig, Zement, Eisenwaren; aus Bardowick Gemüse, Kartoffeln, Heu und Stroh. Auf den Rückfahrten wurden vor allem Holz, Getreide, Fische, Torf und Textilien transportiert.
1398 wurde erstmals Salz aus Lüneburg nach Lübeck transportiert. In offenen Kähnen, nur durch Planen gegen Regen geschützt, wurde das Lüneburger Salz die Ilmenau abwärts bis nach Zollenspieker am rechten Elbeufer gebracht. Die Reise von Lüneburg nach Lübeck auf dem 93 Kilometer langen Wasserweg dauerte bis zu vier Wochen. Siebzehn Schleusen mußten passiert werden, drei Kammer- und vierzehn Stauschleusen.
Stromaufwärts wurden bei mangelndem Wind die Kähne getreidelt, von Menschenkraft, den “Treggern” (treggen=plattdeutsch ziehen), an Land gegen den Strom gezogen. In halber Höhe des Mastes wurde ein starkes, langes Tau angebunden, das in sechs Enden auslief. An jedem Ende zog ein Tregger während der Schiffer am Steuer stand und die Arbeit überwachte. Der Schifferknecht half vom Schiff aus mit einer langen Stange die Ewer vom Ufer fern zu halten.

Zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert wurde Lüneburgs Salz per Schiff transportiert. Die bis zu 19 Meter langen und rund vier Meter breiten Ewer waren aus massivem Eichenholz und mit einem Segel versehen. In Fässern oder auch als Schüttgut konnten sie 18 Tonnen Salz laden. Diese Salz-Ewer beherrschten in Lüneburg das Hafenbild in der damaligen Zeit. Rund 2000 solcher Salztransporte brachten die Schiffe im Jahr nach Lauenburg, von wo aus es weiter verschifft wurde.