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Drennhäuser Hinterdeich

Der Drennhäuser Hinterdeich ist einer der ältesten Deiche in der Elbmarsch. Er ist über 500 Jahre alt. Sein östlicher Teil hat wahrscheinlich schon vor der Mitte des 13. Jahrhunderts existiert. Er besaß insgesamt vier Siele, über die das Elbfeld bei Ebbe bzw. bei Niedrigwasserständen entwässert wurde. Diese Siele sind heute nicht mehr oder nur noch in Resten vorhanden.

Karte Deichverlauf

Mit dem Bau des Drennhäuser Hinderdeiches sollte das rd. 1.500 ha große Elbfeld südlich von Schwinde, Stove, Elbstorf, Drennhausen und Drage bis hin zur alten Ziegelei gegen Hochwasser geschützt werden. Dieses Hochwasser entstand im Ilau-Schnedegraben durch rückwärtiges Hochwasser aus der Elbe oder regelmäßige Überflutungen aus der alten Ilmenau und später aus dem Ilmenau-Kanal solange die Kanaldeiche noch nicht existierten. Allgemeiner Schutz vor Elbe-Hochwasser war erst mit dem Ilmenau-Sperrwerk bei Hoopte gegeben, dessen Bau 1969 begonnen, (vorläufig in Betrieb genommen 1973) und erst im Mai 1976 beendet wurde. Damit erübrigte sich auch die Erhöhung der Luhe- und Ilmenau-Kanaldeiche.

Der Drennhäuser Hinterdeich hat seit dem Bau der Ilmenau-Kanaldeiche seine Hochwasserschutzfunktion verloren. In einem großen Teilbereich fiel er nicht der Flurbereinigung und damit dem Abtragen zum Opfer und blieb so als kulturhistorisches Zeugnis erhalten. Er wurde in die umgebende landwirtschaftliche Nutzung eingeschlossen. Hier herrscht überwiegend extensive Grünlandnutzung vor, so dass sich insbesondere auf der sonnenexponierten Südseite des Deiches eine Flora ansiedeln konnte, die auf die hier vorherrschenden trockenen Verhältnisse hinweist. Die Lebensbedingungen weichen erheblich von den umgebenden feuchten Bodenverhältnissen ab.

Feld-Mannstreu(Eryngium campestre)So können hier Arten gefunden werden, wie z. B. Ackerhornkraut, Feld-Mannstreu, Hauhechel oder Nickende Distel (Westphal 1998), die nicht auf feuchten, nassen Böden gedeihen und in der Elbmarsch sonst kaum vorkommen. In der Nachbarschaft zu ungenutztem Gelände haben sich auf dem Deich auch mehr oder weniger große Gruppen von Gehölzen angesiedelt. Diese setzen sich hauptsächlich aus Weißdorn, Weiden und Holunder zusammen.

Die hier angrenzenden extensiv genutzten Weideflächen besitzen ein unebenes Bodenrelief mit Bracks, Tümpeln, sumpfigen und trockenen Bereichen. Aufgrund dieses weitreichenden Angebots an unterschiedlichen Lebensbedingungen (von trocken bis feucht - sonnig bis schattig) findet sich hier eine vielfältige Flora und Fauna.

Schwanenblume (Butomus umbellatus)1987 hat der Dipl. Biologe Dietrich Westphal 33 Pflanzenarten der damaligen Roten Liste nachweisen können (darunter Schwanenblume, Wasser-Schierling, Sumpf-Wolfsmilch, Sumpf-Platterbse, Zungen-Hahnenfuß und Langblättriger Ehrenpreis) und 50 Vogelarten gezählt. Dabei handelt es sich um Wiesenvögel, Ufer- und Röhrichtbrüter und auch gehölzbewohnende Arten. Darüber hinaus hat er viele verschiedene Tiere wie z. B. die Ringelnatter, 17 Libellenarten und zahlreiche Tagfalterarten gefunden.


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